
Schwitzen ist die Art und Weise, wie unser Körper seine Temperatur reguliert. Indem wir Schweiß auf unserer Haut absondern und ihn anschließend verdunsten lassen, findet eine natürliche Kühlung statt. Dieser Prozess ist von entscheidender Bedeutung, um unsere interne Körpertemperatur stabil zu halten, was für die optimale Funktion zahlreicher Körperfunktionen unerlässlich ist.
Die Rolle der Schweißdrüsen
Schweißdrüsen spielen eine entscheidende Rolle im Regelsystem unseres Körpers. Hier erklären wir, was sie genau tun:
Temperaturregulierung: Die Hauptaufgabe der Schweißdrüsen ist es, zur Kontrolle unserer Körpertemperatur beizutragen. Wenn unserem Körper zu warm wird, beispielsweise durch Anstrengung, Hitze oder Fieber, werden diese aktiv. Sie produzieren Schweiß, der dann auf unserer Haut verdunstet. Diese Verdunstung wirkt wie eine natürliche Klimaanlage und kühlt unseren Körper ab.
Ausscheiden von Abfallstoffen: Neben Wasser enthalten Schweißdrüsen auch geringe Mengen an Abfallstoffen wie Harnstoff, Salze und Glukose. Durch das Schwitzen hilft unser Körper, diese Stoffe loszuwerden.
Schutz: Manchmal macht Schwitzen unsere Haut etwas feucht, besonders an Stellen, an denen die Haut aneinander reibt, wie unter den Armen oder zwischen den Beinen. Dies verhindert Reibung und Irritationen, wie eine Art natürliche Schmierung.
pH-Gleichgewicht: Schweiß hat einen leicht sauren pH-Wert, der dazu beiträgt, den richtigen Säuregehalt auf unserer Haut zu erhalten. Dieser Säuregehalt kann auch dazu beitragen, schädliche Bakterien auf der Haut abzuwehren.
Emotionale Reaktion: Bei bestimmten Emotionen wie Angst, Stress oder Nervosität kann das Schwitzen zunehmen. Dies wird als „emotionales Schwitzen“ bezeichnet und tritt hauptsächlich an Stellen wie unseren Handflächen, Fußsohlen und Achseln auf.
In unserem Körper gibt es zwei wichtige Arten von Schweißdrüsen: ekkrine und apokrine Drüsen. Die ekkrinen Drüsen sind überall verteilt und für den größten Teil unseres Schweißes verantwortlich. Die apokrinen Drüsen befinden sich hauptsächlich in den Achseln und der Leistengegend, und sie produzieren einen etwas dickeren Schweiß, der, wenn er mit Bakterien auf der Haut in Kontakt kommt, zu Körpergeruch führen kann.
Ekkrine Schweißdrüsen: die Kühlmeister Ihres Körpers
Ekkrine Schweißdrüsen sind wie kleine Kühlmeister über Ihren ganzen Körper verteilt, mit Ausnahme einiger Stellen wie Ihren Lippen und bestimmten Teilen Ihrer äußeren Geschlechtsorgane. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Regulierung Ihrer Körpertemperatur und Ihres Feuchtigkeitshaushaltes. Werfen wir einen Blick auf einige Merkmale und Aufgaben dieser Schweißdrüsen:
Wo findet man sie? Ekkrine Schweißdrüsen sind auf der gesamten Oberfläche Ihres Körpers zu finden, mit Ausnahme einiger Bereiche. Sie konzentrieren sich hauptsächlich auf Stellen wie Ihre Handflächen, Fußsohlen und Stirn.
Wie sehen sie aus? Diese Drüsen haben eine röhrenartige Struktur und führen über kleine Kanäle direkt zur Oberfläche Ihrer Haut, wo sie Schweiß direkt auf Ihre Haut abgeben.
Was tun sie? Ihre Hauptaufgabe ist die Thermoregulation. Wenn Ihre Körpertemperatur steigt, produzieren diese Schweißdrüsen eine wässrige Flüssigkeit, also Schweiß. Dieser Schweiß verdunstet dann von Ihrer Hautoberfläche und hilft so, Ihren Körper abzukühlen.
Was steckt in diesem Schweiß? Der von ekkrinen Drüsen produzierte Schweiß besteht hauptsächlich aus Wasser, enthält aber auch einige Salze wie Natrium und Chlorid sowie geringe Mengen anderer Stoffe wie Harnstoff und Laktat.
Wie werden sie aktiviert? Ekkrine Schweißdrüsen werden vom autonomen Nervensystem gesteuert, was bedeutet, dass Sie keine bewusste Kontrolle darüber haben, wann sie aktiv werden. Sie können durch interne Faktoren wie eine erhöhte Körpertemperatur oder durch externe Faktoren wie warmes Wetter stimuliert werden.
Wie viel Schweiß produzieren sie? Die tägliche Schweißmenge, die eine Person über ekkrine Schweißdrüsen produziert, variiert je nach Faktoren wie Wetter, körperlicher Aktivität und individuellen Unterschieden. Sie kann von etwa 500 ml bis zu mehreren Litern pro Tag variieren.
Dank dieser kleinen Kühlmeister können wir effektiv mit warmen Bedingungen und körperlichen Anstrengungen umgehen und dafür sorgen, dass unser Körper innerhalb eines sicheren Temperaturbereichs bleibt.
Apokrine Schweißdrüsen: Die mysteriösen Geruchsproduzenten
Apokrine Schweißdrüsen bilden einen faszinierenden Kontrast zu ihren bekannteren Pendants, den ekkrinen Schweißdrüsen. Hier sind einige bemerkenswerte Merkmale und Funktionen der apokrinen Schweißdrüsen:
Wo findet man sie? Apokrine Schweißdrüsen haben eine besondere Vorliebe für die Achseln (Achselhöhlen), die Zone um die Brustwarzen und den Bereich in der Leistengegend. Man findet sie auch in der Nähe der Ohren, wo sie Cerumen (Ohrenschmalz) produzieren, und um die Augen, wo sie zur Tränenproduktion beitragen.
Wie sehen sie aus? Im Vergleich zu den ekkrinen Schweißdrüsen sind diese Jungs größer und münden in Haarfollikel statt direkt auf der Hautoberfläche.
Was tun sie? Die genaue Funktion der apokrinen Drüsen beim Menschen ist noch nicht vollständig entschlüsselt, aber sie werden während der Pubertät aktiv und ihre Absonderung kann eine Rolle bei der Verbreitung von Pheromon-ähnlichen Signalen spielen.
Was steckt in diesem Schweiß? Der Schweiß, der aus den apokrinen Drüsen kommt, ist dicker und enthält Fettsäuren. Am Anfang ist er geruchlos, aber wenn er von Hautbakterien abgebaut wird, kann er die Eigenschaften von stinkendem Schweiß und einem „Körpergeruch“ entwickeln.
Wie werden sie aktiviert? Während ekkrine Drüsen durch Wärme und Körpertemperatur aktiviert werden, reagieren apokrine Drüsen oft auf emotionalen Stress, Angst oder hormonelle Veränderungen.
Entwicklung: Diese Drüsen beginnen sich während der Pubertät unter dem Einfluss von Hormonen zu entwickeln und werden größer und aktiver, je älter man wird.
Da die Absonderung apokriner Drüsen einen fruchtbaren Nährboden für Bakterien bilden kann, ist es wichtig, sich regelmäßig zu waschen, besonders in Bereichen, in denen sich diese Drüsen ansammeln, um unangenehme Körpergerüche zu vermeiden. Sie mögen zwar geheimnisvoll sein, aber mit der richtigen Pflege können Sie ihre duftenden Geheimnisse unter Kontrolle halten.
Symptome übermäßiges Schwitzen

Übermäßige Transpiration, auch Hyperhidrose genannt, ist eine Erkrankung, bei der der Körper mehr Schweiß produziert als zur Regulierung der Temperatur ohne zugrunde liegende Erkrankung erforderlich ist. Hier sind einige Symptome und Merkmale von übermäßigem Schwitzen:
Durchtränkte Kleidung: Sie haben regelmäßig nasse Stellen auf Ihrer Kleidung, ohne ersichtlichen Grund, besonders um Ihre Achseln, aber es kann auch auf anderen Teilen Ihres Körpers vorkommen.
Nasse Handflächen und Fußsohlen: Dies kann im täglichen Leben zu Unbehagen führen, z. B. beim Händeschütteln oder beim Tragen bestimmter Schuhe.
Konstantes Schwitzen: Übermäßiges Schwitzen kann anhaltend sein oder in Episoden auftreten, selbst wenn es nicht warm ist oder wenn Sie sich in Ruhe befinden.
Nächtliches Schwitzen: Sie wachen nachts mit schweißdurchtränkter Bettwäsche oder Nachtwäsche auf, ohne ersichtlichen Grund wie Fieber oder Albträume.
Hautprobleme: Längere Feuchtigkeit kann zu Hautproblemen wie Hautinfektionen, Ausschlag oder Irritationen führen.
Unangenehmer Geruch: Obwohl Schweiß von Natur aus geruchlos ist, kann die Kombination von Schweiß und Bakterien auf Ihrer Haut zu Körpergeruch führen. Übermäßiges Schwitzen kann diesen Geruch verstärken.
Emotionale und psychologische Auswirkungen: Menschen mit Hyperhidrose können sich aufgrund ihrer Erkrankung selbstbewusst, isoliert oder depressiv fühlen. Es kann soziale Aktivitäten, Arbeit und den allgemeinen Alltag beeinträchtigen.
Kalte oder klamme Haut: Anhaltende Feuchtigkeit kann dazu führen, dass sich Ihre Haut kalt oder klamm anfühlt.
Weiße, weiche und schmerzhafte Haut: Dies kann nach längerer Feuchtigkeitseinwirkung auftreten und wird oft auf den Fußsohlen von Menschen gesehen, die unter übermäßigem Schwitzen der Füße leiden.
Wenn Sie vermuten, dass Sie unter übermäßigem Schwitzen leiden, ist es ratsam, einen Arzt oder Dermatologen zu konsultieren. Diese können die Ursache des Problems feststellen und eine geeignete Behandlung empfehlen.
Ursachen von übermäßiger Transpiration
Übermäßige Transpiration, auch Hyperhidrose genannt, kann verschiedene Ursachen haben. Hier sind einige der häufigsten Auslöser:
- Primäre Hyperhidrose: Dies ist eine Form von übermäßigem Schwitzen, für die es keinen klaren Grund zu geben scheint. Es wird vermutet, dass sie mit überaktiven Nervensignalen zusammenhängt. Menschen mit primärer Hyperhidrose erleben meist unerklärliches Schwitzen ohne zugrunde liegende Ursache an bestimmten Stellen wie Handflächen, Fußsohlen, Achseln und Gesicht.
- Sekundäre Hyperhidrose: Diese Art von übermäßigem Schwitzen wird durch eine zugrunde liegende medizinische Erkrankung, bestimmte Medikamente oder Krankheiten verursacht, wie z. B.:
- Medikamente: Einige Medikamente, darunter Antidepressiva, Antipsychotika und bestimmte Schmerzmittel, können übermäßiges Schwitzen als Nebenwirkung verursachen.
- Medizinische Ursache: Erkrankungen wie Diabetes, Hyperthyreose (eine überaktive Schilddrüse), Infektionen wie Tuberkulose und bestimmte Krebsarten können zu übermäßigem Schwitzen führen.
- Menopause: Hormonelle Schwankungen während der Menopause können Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen verursachen.
- Niedriger Blutzuckerspiegel: Menschen mit niedrigem Blutzuckerspiegel können übermäßiges Schwitzen erfahren.
- Nervenerkrankungen: Erkrankungen wie das Guillain-Barré-Syndrom oder autonome Neuropathie können übermäßiges Schwitzen verursachen.
- Andere Faktoren:
- Koffein: Übermäßiger Koffeinkonsum kann Schwitzen verursachen.
- Alkohol: Übermäßiger Alkoholkonsum kann ebenfalls zu übermäßigem Schwitzen beitragen.
- Stress und Angst: Emotionaler Stress kann Schweißausbrüche verursachen, besonders auf der Stirn.
- Genetik: Wenn übermäßiges Schwitzen in Ihrer Familie vorkommt, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass Sie es auch erleben.
- Fettleibigkeit: Menschen mit Übergewicht oder Adipositas leiden oft unter übermäßigem Schwitzen, weil ihr Körper härter arbeiten muss, was zu mehr Schweißproduktion führt.
- Infektionen: Bestimmte Infektionskrankheiten können Fieber und übermäßiges Schwitzen verursachen.
Es ist wichtig zu bedenken, dass jeder Mensch anders ist. Was für den einen übermäßiges Schwitzen auslösen kann, muss es für den anderen nicht. Wenn Sie sich Sorgen über übermäßiges Schwitzen machen, ist es ratsam, sich an einen Arzt zu wenden. Dieser kann Ihnen helfen, die zugrunde liegende Ursache des Problems festzustellen und eine geeignete Behandlung zu empfehlen.
Behandlungen für Hyperhidrose
Hyperhidrose, auch bekannt als übermäßiges Schwitzen, kann eine belastende Erkrankung sein, die sowohl körperliches als auch emotionales Unbehagen mit sich bringt. Glücklicherweise gibt es verschiedene Behandlungsoptionen, um die Symptome von übermäßigem Schwitzen zu lindern. Hier ist ein Überblick über einige gängige Behandlungsmöglichkeiten für Hyperhidrose:
Antitranspirante:
Einige Antitranspirante, insbesondere solche mit Aluminiumchlorid, können wirksamer sein als gewöhnliche Produkte. Sie wirken, indem sie die Schweißdrüsen vorübergehend blockieren, wodurch das Schwitzen reduziert wird.
Medikation:
- Anticholinergika: Diese Medikamente verhindern, dass Nervensignale die Schweißdrüsen erreichen. Beispiele hierfür sind Oxybutynin und Glycopyrrolat.
- Betablocker: In einigen Fällen können Betablocker helfen, besonders wenn das Schwitzen durch Angst verursacht wird.
- Antidepressiva: Diese können helfen, das Schwitzen zu reduzieren und gleichzeitig eventuelle gleichzeitige Depressions- oder Angstsymptome zu behandeln.
Iontophorese:
Dies ist ein Verfahren, bei dem Hände und Füße in Wasser getaucht werden, gefolgt von der Anwendung eines schwachen elektrischen Stroms durch das Wasser. Dies kann helfen, die Schweißdrüsen vorübergehend zu blockieren.
Botulinumtoxin (Botox) Injektionen:
Botox kann die Nerven blockieren, die die Schweißdrüsen aktivieren, was besonders wirksam bei der Behandlung von übermäßigem Schwitzen in den Achseln ist.
Endoskopische thorakale Sympathektomie (ETS):
Dies ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem bestimmte Nerven, die die Schweißdrüsen in den Handflächen ansteuern, durchtrennt werden. Dieses Verfahren wird meist nur dann in Betracht gezogen, wenn andere Behandlungen nicht wirksam sind, da es mögliche Nebenwirkungen hat.
Lasertherapie:
Bei dieser Methode werden Laserstrahlen verwendet, um die Schweißdrüsen zu zerstören, besonders wirksam für die Achseln.
Mikrowellentherapie:
Ein Gerät, das Mikrowellenenergie verwendet, kann eingesetzt werden, um die Schweißdrüsen zu zerstören, meist angewendet auf die Achselbereiche.
Neuere Behandlungen:
Ständig werden neue Behandlungen und Medikamente untersucht, um Menschen mit Hyperhidrose zu helfen. Es ist ratsam, regelmäßig einen Dermatologen zu konsultieren, um über die neuesten Behandlungsoptionen auf dem Laufenden zu bleiben.
Die Wahl der richtigen Behandlung hängt von der Schwere der Hyperhidrose, dem spezifischen Bereich des Körpers, der betroffen ist, und der persönlichen Präferenz des Patienten ab. Ein Dermatologe oder anderer medizinischer Spezialist kann helfen, zu bestimmen, welche Behandlung für jedes Individuum am besten geeignet ist.